COND Dokumentation und Benutzerhandbuch
Programm- und Modelldokumentation
COND berechnet den stationären eindimensionalen Wärme- und Feuchtetransport in mehrschichtigen Bauteilen. Neben dem Dampftransport berücksichtigt das Verfahren den kapillaren Flüssigwassertransport weg von der Kondensationszone.
Dadurch lässt sich das Feuchteverhalten insbesondere bei Innendämmsystemen realitätsnäher als mit dem traditionellen Glaser-Verfahren bewerten.
Physikalische Grundlagen
Ausgehend von einer dampfdurchlässigen Konstruktion, die aus mehreren Schichten bestehen kann, wird der eindimensionale, stationäre Wärme- und Feuchtetransport betrachtet. Zu beiden Seiten der Konstruktion liegt vereinfachend ein konstantes Klima an, beschrieben durch Temperatur und Luftfeuchte.
Infolge des Temperaturgefälles kommt es zu einem Wärmestrom durch die Konstruktion. Nach einer gewissen Zeit stellen sich ein stationärer Wärmestrom und ein Temperaturprofil ein. Das Dampfdruckgefälle bewirkt ebenfalls einen Dampfstrom. COND berechnet die stationären Dampf- und Wärmeströme sowie die daraus resultierenden Dampfdruck- und Temperaturprofile.
Überschreitet der berechnete Dampfdruck an einer Stelle innerhalb der Konstruktion den von der Temperatur abhängigen Sättigungsdampfdruck, kommt es zur Kondensation. Mit dem traditionellen Glaser-Verfahren wird die Kondensatmenge aus den Dampfströmen zur Kondensatebene und von ihr weg abgeschätzt.
Sobald sich in der Konstruktion Kondensat bildet, entstehen in der Realität zusätzlich Flüssigwasserströme, die vom Kondensationsbereich wegführen. Dieser kapillare Transport wird im COND-Verfahren berücksichtigt und erlaubt eine realitätsnähere Beschreibung der Feuchtetransportprozesse, insbesondere bei Innendämmsystemen.
Für die Berechnung der Feuchteverteilung im stationären Zustand gelten ein globaler Gleichgewichtszustand der Dampfströme und ein lokales Gleichgewicht, bei dem die überlagerten Flüssigwasser- und Dampfströme zusammen dem stationären globalen Dampfstrom entsprechen. Diese Gleichgewichtszustände lassen sich durch Gleichungen beschreiben und analytisch lösen. Über den zeitabhängigen Einstellvorgang wird anschließend die erwartete Feuchteverteilung nach einer bestimmten Zeit berechnet.
Die kapillare Ausbreitung des Kondensats führt zu einer hygrischen Entspannung der Konstruktion. Berechnungen mit dem COND-Verfahren ergeben deshalb meist geringere Kondensatmengen als das Glaser-Verfahren. Besonders bei Innendämmsystemen beschreibt der COND-Algorithmus die tatsächlich auftretenden Kondensatmengen und deren Verteilung realitätsnäher.
Die ausführlichen theoretischen Grundlagen stehen zusätzlich als PDF zur Verfügung: COND-Grundlagen als PDF öffnen →
Ausführliche Dokumentation
Das Benutzerhandbuch enthält die Programmbeschreibung und die theoretischen Grundlagen des Berechnungsverfahrens.
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