Überblick

PostProc 2 ist ein Programm zur Analyse von zeitabhängigen Daten, wie sie in dynamischen Simulationsprogrammen entstehen. Daher wird zwingend ein Zeitbezug im Datensatz benötigt (siehe Informationen zu Datensätzen). Bei den meisten Diagrammen ist daher die X-Achse die Zeitachse.

Es ist jedoch möglich, je nach Eingangsdaten, nur die Daten eines einzelnen Zeitpunkts darzustellen (z.B. bei Farbverlaufsdiagrammen). In diesem Fall ist die X-Achse immer eine Koordinatenachse.

Funktionsübersicht

Das PostProzessing unterstützt die Analyse von Simulationsdaten aus dynamischen Simulationsprogrammen:

  • Datenanalyse
  • Diagrammformatierung und Export in Vektor- oder Bitmapgrafiken

Wesentliche Funktion ist die Trennung von Daten und deren Visualisierung. Dieses erlaubt die Aktualisierung von Daten und damit auch eine "Live"-Ansicht der Berechnungsergebnisse (siehe Abschnitt Datenaktualisierung).

Diagrammtypen

Mit dem Postprozessing lassen sich verschiedene Diagrammtypen erstellen. Grundsätzlich kann man zwischen 2D und 3D Diagrammen unterscheiden, wobei bei 3D Diagrammen die dritte Dimension als Farbe bzw. Isolinie dargestellt wird.

Diagrammbeispiele


Diese Screenshots entsprechen folgenden Diagrammtypen:

  • Oben-Links: Ein typisches Zeit-Werte Diagramm, mit der Zeitachse als Datumsachse formatiert, und zwei Y-Achsen für jeweils Temperatur und Luftfeuchten. Hier können beliebig viele Linien dargestellt werden, solange deren physikalische Einheiten einer der beiden Y-Achsen entsprechen.
  • Oben-Rechts: Ein Farbverlaufsdiagram (3D), welches den zeitlichen Verlauf von Luftfeuchteprofilen darstellt. Auf der X-Achse ist eine Zeitachse, auf der Y-Achse die Koordinate und die Farbe repräsentiert die Zahlenwert (z.B. eine Luftfeuchte).
  • Unten-Links: Ein 2D Diagram, welches zeitanimierte Profile von physikalischen Größen über der Geometrie für jeweils einen ausgewählten Zeitpunkt zeigt.
  • Unten-Rechts: Ein Farbverlaufsdiagramm, welches ein Temperaturfeld für einen ausgewählten Simulationszeitpunkt zeigt.

Programmoberfläche

Die Benutzeroberfläche untergliedert sich in das Hauptfenster mit einem oder mehreren Diagrammen und den seitlich sowie unten angeordneten Paneelen.

Programmoberfläche

Elemente der Bedienoberfläche

  1. Verwaltung der Verzeichnisse mit Datensätzen/Dateien (siehe Datenverwaltung)
  2. Übersicht über erstellte Diagramme und darin enthaltene Kurven/Serien (siehe Diagrammverwaltung)
  3. Liste aller zeitlich animierbaren Diagramme und Steuerung des aktuell angezeigten Zeitpunkts (siehe Diagrammanimation)
  4. Diagrammeigenschaftspaletten (siehe Diagrammformatierung)
  5. Diagramm oder Diagramme (siehe Diagrammfenster)

Die Paneele links (1 und 2), rechts (4) und unten (3) können weggeklappt werden, wofür jeweils die Schaltflächen am Rand angeklickt werden können:

Paneelschaltflächen

Hinweis: Mit dem Kurzbefehl F11 (bzw. Menübefehl Ansicht - Vollbild) können alle Paneele mit einem Mal weggeklappt und wieder eingeschaltet werden.

Umschalten zwischen Datenmanageransicht und Diagrammansicht

Mit einem Klick auf den Verzeichnisbaum (1) erscheint die Datenmanageransicht, d.h. eine Tabelle mit auswertbaren Datensätzen (siehe Datenverwaltung):

Datenmanager

Bei Klick auf die Diagramm-Baumstruktur/Diagrammverwaltung schaltet das PostProzessing in den Diagrammbearbeitungsmodus um (zeigt die verfügbaren Diagramme an).

Sitzungen

Mit Sitzung wird die Gesamtheit der aktuell im PostProzessing dargestellten Daten bezeichnet. Dies beinhaltet:

  • hinzugefügte und ausgewählte Datenverzeichnisse (und deren Ausklappzustand),
  • erstellte Diagramme, deren Art und Konfiguration,
  • von den Diagrammen referenzierte Quelldaten und Informationen zur Extraktion der Daten und
  • Programmoberflächeneinstellungen.

Eine Sitzung lässt sich also mit einer Projektverwaltungsdatei vergleichen. Sitzungen werden in Sitzungsdateien mit der Endung p2 abgespeichert (XML-Format).

Sitzungsdateien in externem Texteditor bearbeiten

Es ist möglich, diese Sitzungsdateien extern im Editor anzupassen und danach neu einzuladen. Auf diese Art und Weise lassen sich skriptbasiert Auswertungssitzungen generieren. Auch können Formatierungseinstellung eines Diagramms einfach auf ein anderes Diagramm übertragen werden.

Der externe Texteditor kann über den Menübefehl Datei - Bearbeite die Session-Datei in Texteditor oder über den Tastaturkurzbefehl F2 geöffnet werden. Wenn die Sitzungs-Datei extern abgespeichert wurde, fragt das PostProcessing bei der nächsten Aktivierung nach, ob die geänderte Datei geladen werden soll.

Der zu verwendende Texteditor lässt sich im Einstellungsdialog auswählen.

Format der Sitzungsdateien

Die Sitzungsdateien sind im XML-Format geschrieben. Normalerweise werden nur die geänderten Daten in die Datei geschrieben. Möchte man jedoch eigene Parameter anpassen, kann man sich zunächst alle Parameter herausschreiben lassen. Dazu muss man im Einstellungsdialog (Datei - Einstellungen) die Option Komplette Sitzungsdatei schreiben anschalten.

Sitzungsverwaltung

Standardmäßig versucht das PostProzessing bei Programmstart die letzte Sitzungsdatei erneut zu laden. Dieses Verhalten kann im Einstellungsdialog geändert werden, sodass stattdessen mit einer leeren Sitzung begonnen wird.

Ausgewählte Sitzungsdatei bei Programmstart öffnen

Möchte man das PostProzessing mit einer gewählten Sitzung direkt starten, kann man diese auf der Kommandozeile angeben, z.B.:

> PostProcApp.exe C:\Pfad\zur\Sitzung.p2

Siehe auch Kommadozeilenreferenz.

Fehleranalyse/Logdatei

Das PostProzessing arbeitet im wesentlichen mit Nutzerdaten, welche auf viele Arten fehlerhaft oder ungeeignet sein können. Falls bei der Verwaltung und Analyse der Daten Fehler auftreten, werden diese nicht über Fehlermeldungsfenster dem Nutzer mitgeteilt, sondern in eine Logdatei bzw. in das Logfenster geschrieben. Der Inhalt der Logdatei ist auch bei Fehlerberichten hilfreich.

Angezeigt wird die Logdatei mittels Menübefehl: Daten - Zeige Logdatei...

Die Logdatei befindet sich im anwenderspezifischen Datenverzeichnis. Beispielsweise ist die Logdatei bei einem Benutzernamen simulant je nach Betriebssystem in den folgenden Orten zu finden:

Plattform Pfad zur Logdatei
Windows %LOCALAPPDATA%\IBK\PostProcApp\PostProcApp.log
Beispiel: c:\Users\Simulant\AppData\Local\IBK\PostProcApp\PostProcApp.log
Linux $HOME/.ibk/PostProcApp/PostProcApp.log
Beispiel: /home/simulant/.ibk/PostProcApp/PostProcApp.log
MacOS $HOME/.ibk/PostProcApp/PostProcApp.log
Beispiel: /Users/simulant/.ibk/PostProcApp/PostProcApp.log

Logfenster im Programm

Das Logfenster befindet sich im unteren Panel und ist normalerweise nicht sichtbar. Es kann durch Klick auf die untere linke Seitenschaltfläche angezeigt und wieder versteckt werden:

Es gibt Meldungen mit unterschiedlicher Dringlichkeit; manche sind nur informativ, manche sind Fortschrittsmeldungen. Man kann sowohl für die Logdatei als auch für die Logfensterausgaben unabhängig den gewünschten Detaillierungsgrad der Meldungen einstellen. Dafür gibt es im Einstellungsdialog Datei - Einstellungen die Registerkarte Allgemeine Einstellungen. In diesem Dialog ist auch der Pfad zur Logdatei aufgeführt.